Ein früh einsetzender Diabetes kann die Lebenserwartung um bis zu 14 Jahre verkürzen, und Schätzungen zufolge haben bis zu 20 Millionen Deutsche unentdeckten Prädiabetes. Wie HbA1c und kontinuierliches Glukosemonitoring helfen, das rechtzeitig zu erkennen.
In der letzten Ausgabe haben wir alle kostenlosen Präventionsmöglichkeiten betrachtet. Über 70 % der Todesfälle durch Herzinfarkt und Schlaganfall wären vermeidbar. Ähnliches gilt auch für Krebs und andere Krankheiten. Heute erforschen wir gemeinsam, was man tun kann, um nicht Teil dieser Statistik zu werden.
Herzinfarkte, Schlaganfälle, Krebs und Demenz, alle drei großen Todesursachengruppen haben eines gemeinsam: Ihr Risiko ist beim Vorliegen von Stoffwechselerkrankungen deutlich erhöht, insbesondere bei Typ-2-Diabetes. Ein früh einsetzender Typ-2-Diabetes kann die Lebenserwartung um bis zu 14 Jahre verkürzen.
Diabetes entsteht, wenn die produzierte Menge des Insulins im Körper nicht ausreicht, um den Blutzucker zu regulieren (Typ 1), oder wenn die Körperzellen nicht mehr ausreichend auf das vorhandene Insulin reagieren (Insulinresistenz, Typ 2). Die bei Diabetes auftretenden hohen Blutzuckerspiegel führen nur selten direkt zum Tod, vielmehr sind es die vielen Folgeerkrankungen, die Diabetes begünstigt, insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Neben den über 8 Millionen diagnostizierten Diabetikern in Deutschland wird geschätzt, dass bis zu 20 Millionen Menschen eine noch unentdeckte Form von Prädiabetes haben. Häufig wird ein Blutzuckerwert, der „im oberen Normbereich" liegt, beim Arztbesuch als unbedenklich eingestuft, ohne weitere Kontrolle.
Ein Bluttest gibt Aufschluss über wichtige Werte wie Triglyzeride und Glukose. Letzterer Wert gibt Auskunft über den Blutzuckerspiegel am Tag der Blutentnahme. Beide Werte werden in einem gesetzlich kostenlosen Check-up erfasst.
Wer herausfinden möchte, ob ein hoher Glukosewert über einen längeren Zeitraum bestand, sollte den HbA1c-Wert bestimmen lassen. Dieser Blutwert gibt den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der letzten 2–3 Monate an. Ein HbA1c-Wert zwischen 5,7 % und 6,4 % weist auf einen prädiabetischen Zustand hin, während ein Wert über 6,4 % für einen Diabetes spricht.
In unserer Praxis haben wir wiederholt beobachtet, dass Patienten mit einem HbA1c von über 10 % ihren Wert durch Lebensstiloptimierung so verbessern konnten, dass sie wieder unter 6,5 % lagen, ohne Medikamente. Oft genügen 3–4 kleine, aber aufschlussreiche Lebensstilanpassungen.
Noch anschaulicher wird das durch ein kontinuierliches Glukosemonitoring (CGM): Ein kleiner Sensor zeigt in Echtzeit auf dem Smartphone, wie bestimmte Verhaltensweisen den Blutzucker beeinflussen.
Persönliches Beispiel: Ein unerwarteter Blutzuckersprung nach einem scheinbar harmlosen Salat beim Italiener, der viel Zucker im Dressing enthielt.
Im LumaScan erfassen wir HbA1c und alle weiteren relevanten Stoffwechselparameter. Auf Wunsch begleiten wir Sie mit CGM über einen Zeitraum von 2 Wochen.
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