Herzinfarkt und Schlaganfall sind Deutschlands häufigste Todesursachen, und über 70 % der Fälle wären vermeidbar. Wir zeigen, wie Diagnostik Ihr persönliches Risiko sichtbar macht, bevor es zu spät ist.
In unserer letzten Ausgabe haben wir Stoffwechselkrankheiten behandelt. Ein zentraler Aspekt war, dass über 70 % der Todesfälle durch Herzinfarkte und Schlaganfälle, die führenden medizinischen Todesursachen, vermeidbar wären. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihr Risiko signifikant reduzieren können, um auch jenseits der 90 gesund zu leben.
Ein Herzinfarkt und Schlaganfall entstehen in den meisten Fällen durch den akuten Verschluss eines Blutgefäßes. Wenn das Blut nicht mehr fließen kann, stirbt das Herz- oder Hirngewebe ab, ein Vorgang, der als Infarkt bezeichnet wird. Beim Schlaganfall spricht man daher auch von einem Hirninfarkt.
Um das persönliche Risiko zu bewerten, ist besonders das LDL-Cholesterin von Bedeutung. LDL ist ein Transportprotein im Blut, das eine zentrale Rolle bei der Bildung von Ablagerungen in den Arterienwänden spielt. Das LDL-Cholesterin lässt sich einfach über eine Blutuntersuchung bestimmen und ist im kostenlosen Check-up enthalten. Je höher der Wert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls.
HDL-Cholesterin wurde lange als „gutes" Cholesterin bezeichnet. Heutzutage wird es jedoch eher als „neutrales" Cholesterin eingestuft. Die Annahme, dass ein hohes HDL ein hohes LDL ausgleichen kann, ist überholt.
Der LDL-Wert ist ein guter erster Schritt, um zu verstehen, ob der individuelle Lebensstil das Risiko erhöht.
Der LDL-Wert bietet nur begrenzte Informationen, bei gleichem LDL kann das Risiko sehr unterschiedlich sein.
Lp(a) ist ein spezielles Lipoprotein, das im Blut gemessen werden kann. Der Wert gibt Auskunft über eine genetische Variante, die das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, unabhängig von anderen Cholesterinwerten, je nach Ausprägung um bis zu Faktor drei erhöhen kann. Dadurch können Personen mit gleichem LDL-Wert, jedoch unterschiedlichen Lp(a)-Werten, völlig unterschiedliche Risikoprofile aufweisen, die in einem Basis-Check-up nicht ersichtlich wären.
Weiterhin ist es ratsam, das ApoB anzuschauen. Dieses ist ein weiteres Transportprotein, welches die Anzahl der Teilchen im Blut beschreibt, die sich ablagern können. Der Vorteil: Dieser Marker schließt die Fälle aus, wo das LDL im Normalbereich ist, ein stark erhöhtes ApoB aber das individuelle Risiko nach oben treibt.
Obwohl die kombinierte Messung von LDL und Lp(a) bereits wertvolle Informationen liefert, lassen sich damit bereits vorhandene Ablagerungen in den Blutgefäßen nicht ausschließen. Diese Ablagerungen bauen sich über Jahre hinweg auf. Zur optimalen Vorsorge ist daher eine Sonographie der hirnversorgenden Arterien empfehlenswert. Diese erlaubt es, direkt zu sehen, ob und wie weit das Gefäßsystem bereits betroffen ist.
Über 70 % der Todesfälle durch Schlaganfälle und Herzinfarkte sind vermeidbar, das ist keine Statistik zum Vergessen, sondern zum Handeln.
Im LumaScan erfassen wir alle relevanten Herzrisikofaktoren systematisch, inkl. Lp(a) und Carotis-Sonographie, die im gesetzlichen Check-up fehlen.
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